CHOR VITA
Der Carl-von-Ossietzky-Chor Berlin ist ein gemischter Kammerchor, der jährlich etwa zwei thematische Programme erarbeitet und in Konzerten in Berlin sowie dem Umland präsentiert. Geistliche und weltliche Programme wechseln einander ab, die großen Klassiker der Chorliteratur werden unbekannteren, zeitgenössischen Werken gegenübergestellt. Konzertfahrten führten den Chor u.a. nach Zürich, Weimar, Quedlinburg, Meißen, Norwegen und Finnland. Seit 2025 singt der Chor unter der Leitung von Lukas Schulze.
Ungefähr 35 Sängerinnen und Sänger und ihr Chorleiter haben allesamt einen ambitionierten Alltag. Darum finden wir es ausgesprochen befreiend, abends in einer offenen, warmen und unbefangenen Atmosphäre etwas völlig anderes zu machen als tagsüber. Mit unserem musikalischen Ehrgeiz schaffen wir es auch zu später Stunde hochkonzentriert zu proben - bei ein bis zwei neuen Programmen pro Jahr ist das unerlässlich. Zusätzlich zu den wöchentlichen Proben, meist in der Schlussphase der Konzertvorbereitungen, finden intensive Probenwochenenden statt, die wir in Berlin oder auf dem Brandenburgischen Land verbringen.

KONZERTMITSCHNITTE
Programm: "des sich wunder alle Welt" am 29.11.2014 in der Matthäuskirche Berlin
Kompositionen: Manuela Kögel
UNSERE CHORLEITUNG
LUKAS SCHULZE

Künstlerischer Leiter seit 2024
Lukas Schulze ist ein in Berlin lebender Dirigent und Sänger. Bereits zu Beginn seiner prägenden Chorerfahrungen im Oberstufenchor assistierte er dem dortigen Chorleiter und übernahm Registerproben und begleitete Chorfahrten des Unterstufenchores als Korrepetitor. Kurz darauf gründete er sein erstes Vokalensemble, welches sich auf Barbershop-Gesang fokussierte. Mit diesem Quartett konnte Lukas 2018 am Deutschen Chorwettbewerb in Freiburg teilnehmen. Im selben Jahr gründete er ein weiteres Vokalquartett, welches 2019 beim International A-Cappella-Contest in Leipzig den ersten Preis, Publikumspreis und weitere Sonderpreise gewinnen konnte. 2021 verließ er dieses Ensemble, um sich fortan seiner chorleiterischen Arbeit umfassender widmen zu können.
Nach dem Abitur begann Lukas Schulze zunächst ein Studium der Schulmusik mit Zweitfach Deutsch an der Universität der Künste Berlin und der Humboldt-Universität Berlin. Hier wuchs seine AƯinität für das Dirigieren, besonders durch diverse Chorleitungskurse bei Prof. Maike Bühle und Vinzenz Weissenburger. 2020 wurde Lukas Assistent für den Fachbereich Chorleitung an der UdK. In dieser Funktion übernahm er verschiedene Proben mit dem Großen Chor der UdK und dem Kammerchor der Künste. 2021 wurde er zusätzlich Assistent beim vielfach ausgezeichneten Jugendkammerchor Junges Consortium Berlin (Ltg. Vinzenz Weissenburger). Lukas konnte diesen Chor in verschiedenen Konzerten dirigieren, so zum Beispiel beim Abschlusskonzert des Youth-Choir-Festival in Stockholm 2022. Einstudierungen verbinden Lukas außerdem mit Chören wir dem Chor des Jungen Ensembles Berlin (Ltg. Vinzenz Weissenburger), Cantus Domus (Ltg. Ralf Sochaczewsky) und professionellen Ensembles, wie dem Vocalconsort Berlin.
Nach Abschluss seines Bachelors im Frühjahr 2024, wechselte Lukas für den Master an die HfM „Hanns Eisler“ Berlin, um dort ein Masterstudium Chordirigieren in der Klasse von Tobias Walenciak aufzunehmen. Weitere Impulse für die eigene Chorarbeit erhielt Lukas außerdem in Masterclasses bei Stefan Parkman und Anders Eby. Seit November 2024 leitet er den Carl-von-Ossietzky-Chor Berlin.
VOLKER HEDTFELD

Künstlerischer Leiter von 2023 bis 2024
Bereits als Kind lernt der gebürtige Dortmunder Klavier spielen, aber auch Orgel, Geige und Bratsche. Früh entdeckt er seine Leidenschaft für den Gesang. Zunächst studiert er in Köln Schulmusik. Durch die Teilnahme an verschiedenen Chorleiterseminaren inspiriert, wechselt er zum Dirigierstudium. Besonders prägen ihn dabei die Begegnungen mit Professor Gerd Müller-Lorenz (Musikhochschule Lübeck), Dr. Bodo Bischoff (FU Berlin) und Kurt Hofbauer.
In Berlin studiert er Orchesterdirigieren bei Lutz Köhler an der Universität der Künste. Später lernt er Professor Jörg-Peter Weigle kennen und setzt seine Ausbildung an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler mit dem Studium des Chordirigierens fort.
1999 gründet Volker Hedtfeld sein erstes Vocalensemble: OPUS 99. Im Jahr 2001 übernimmt er die Cantorei der Reformationskirche in Berlin-Moabit und ist Mitinitiator der Langen Nacht der Chöre. 2002 ruft er den Kammerchor OPUS VOCALE ins Leben, mit dem er seitdem in Berlin, aber auch in ganz Deutschland konzertiert. Seit 2007 ist Volker Hedtfeld Dirigent und künstlerischer Leiter des renommierten Karl-Forster-Chores, mit dem er regelmäßig große chorsymphonische Werke in der Berliner Philharmonie und im Konzerthaus Berlin aufführt.
BERIT KRAMER

Künstlerische Leiterin von 2016 bis 2023
Seit ihrem 4. Lebensjahr ist Berit Kramer in Chören aktiv, zunächst im Kinder- und Jugendchor der Kirchengemeinde, dann in Schulchören, verschiedenen Kantoreien, dem Madrigalchor der Hochschule für Musik Köln sowie verschiedenen (Projekt-)Kammerchören.
Parallel zur Oberstufe hat sie die C-Kirchenmusiker-Ausbildung absolviert und dabei ihreLeidenschaft für die ChorLEITUNG entdeckt. Daraus folgte die Studienfachwahl: Kirchenmusik. Auch während des Studiums (HfM Köln) lag ihr persönlicher Schwerpunkt auf Chor- und Orchesterleitung. Nebenher leitete sie verschiedene Chöre: von Kinderchören über einen Jugendchor bis hin zu Erwachsenenchören, mit denen sie jährlich zwei bis drei größere sowie weitere kleinere Auftritte vorbereitet hat.
Auf das Kirchenmusikstudium folgte für Berit Kramer die Weiterbildung im Fernstudium Kulturmanagement (Master) sowie berufliche Tätigkeiten in diesem Bereich, zunächst zwei Jahre im Künstlerischen Betriebsbüro von Concerto Köln sowie sechs Jahre als Geschäftsführerin der Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. In dieser Zeit stand das eigene Singen wieder mehr im Vordergrund und sie war im projektweise zusammentretenden, (semi-)professionellen Kammerchor "Handel’s Company | Choir" aktiv.
Seit ihrem privaten und beruflichen Wechsel nach Berlin freut sich Berit Kramer, selbst wieder musikalisch aktiv zu sein und mit dem Carl-von-Ossietzky-Chor Berlin spannende Projekte entwickeln zu können. Daneben arbeitet sie als selbstständige Kulturmanagerin für und mit verschiedenen Ensembles sowie Einzelkünstlern der Freien Szene und realisiert eigene Projekte.
MANUELA KÖGEL

Künsterische Leiterin von 2001 bis 2016
1975 in Sachsen-Anhalt geboren, erhielt sie ihre erste musikalische Ausbildung an der Musikschule in Köthen/Anhalt. Sie besuchte die Spezialklassen für Musik an der Landesschule Pforta und studierte Diplom-Musikpädagogik mit den Hauptfächern Chor- und Ensembleleitung bei Professor Kristian Commichau (musikalische Assistenz des Chores und Orchesters der Universität) und Wolfgang Roterberg sowie Elementare Musikpädagogik bei Professor Werner Beidinger an der Universität Potsdam.
Manuela Kögel ist hauptsächlich im pädagogischen Bereich tätig und unterrichtet sowohl Kinder als auch Erwachsene in Klavier, Gesang, Musiktheorie und Elementarem Musizieren. Daneben leitet sie Fortbildungen für Erzieher und Erzieherinnen und arbeitet als Beraterin und Fortbildungsleiterin bei den Schulbuchverlagen Cornelsen und Klett.
Mit dem Carl-von-Ossietzky-Chor veranstaltete sie verschiedene Konzerte. So standen u.a. die Aufführung des "Alexanderfestes" von G. F. Händel, begleitet von historischen Instrumenten, aber auch zahlreiche a-cappella-Projekte auf dem Programm, z.B. Isländische Chormusik des 20. Jahrhunderts und Shakespeare-Sonette.
Aus ihrem ästhetischen Ansatz, thematische Programme unter dem Aspekt der Klangsinnlichkeit zusammenzustellen, entstanden in regelmäßigen Abständen in sich geschlossene Aufführungsprojekte. Durch die Auswahl, Reihenfolge und Interpretation traten die Stücke in einen lebendigen Dialog und fanden in der Synthese zu neuem tonkünstlerischen Ausdruck.
Unter ihrer Regie sind zwei CD-Produktionen - "Musica Sacra" und "Shakespearesongs" - mit dem Chor entstanden.
WOLFGANG ROTERBERG (†2022)

Gründer und Künstlerischer Leiter von 1976 bis 2001
Der gebürtige Thüringer Wolfgang Roterberg studierte an Universitäten in Jena und Berlin Musikpädagogik sowie Kultur- und Theaterwissenschaften. Nach langjähriger Tätigkeit als Musiklehrer, unter anderem an der Erweiterten Oberschule "Carl-von-Ossietzky" und der Spezialschule für Musik „Georg Friedrich Händel“, unterrichtete er ab 1987 zukünftige Musiklehrer in den Fächern Chorleitung und musikalische Gruppenarbeit an der Universität Potsdam. Als Kursleiter beim Berliner Chorleiterseminar engagierte er sich für das Chorleben dieser Stadt, besonders im Kinder- und Jugendchorbereich, und leitete verschiedene Chöre in Berlin.
Wolfgang Roterberg hatte 1976 die Idee, mit ein paar besonders musikbegeisterten Schülern einen Jugendkammerchor, eben den Carl-von-Ossietzky Chor Berlin, zu gründen. Er hat es geschafft, aus einem kleinen Schulchor ein musikalisches Ensemble zu formen, das selbst die Säle der großen Bühnen der DDR (Gewandhaus Leipzig, Schauspielhaus Berlin etc.) füllte und auch den Vergleich mit den dort auftretenden Profichören nicht scheuen musste.
25 Jahre lang leitete Wolfgang Roterberg den Chor und legte in dieser Zeit den Grundstein für unsere heutigen musikalischen Ansprüche.

DIE WURZELN
Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Berlin-Pankow, früher Erweiterte Oberschule "Carl von Ossietzky", ist die musikalische Geburtsstätte und damit der Namensgeber unseres Chores.
Wolfgang Roterberg, damaliger Musiklehrer an dieser Schule, hatte 1976 die Idee, mit ein paar besonders musikbegeisterten Schülern einen Jugendkammerchor, eben den Carl-von-Ossietzky Chor Berlin, zu gründen. Er hat es geschafft, aus einem kleinen Schulchor ein musikalisches Ensemble zu formen, das selbst die Säle der großen Bühnen der DDR (Gewandhaus Leipzig, Schauspielhaus Berlin etc.) füllte und auch den Vergleich mit den dort auftretenden Profichören nicht scheuen musste. Nach 25 Jahren unter seiner künstlerischen Leitung übergab er im Jahr 2001 die Chorleitung an seine Schülerin Manuela Kögel. Aus ihrem ästhetischen Ansatz, thematische Programme unter dem Aspekt der Klangsinnlichkeit zusammenzustellen, entstanden in regelmäßigen Abständen in sich geschlossene Aufführungsprojekte. Aus dem Jugendkammerchor war inzwischen ein renommierter Kammerchor Berlins geworden.
Unter der künstlerischen Leitung von Berit Kramer (2016 bis 2023) griff der Chor in den letzten Jahren vermehrt auch gesellschaftliche Themen auf und bezog musikalisch Stellung, wie insbesondere in den Programmen „Friede! Sei!“ und „Seele, vergiss sie nicht“ sowie im Herbst 2019 mit „Wir müssen ihre Münder sein“ geschehen. In den Jahren 2023 und 2024 übernahm Volker Hedtfeld übergangsweise die künstlerisch Leitung. Mit ihm führte der Chor zwei thematisch sehr interessante Kozerte auf.
Seit 2025 singt der Chor unter der künstlerischen Leitung von Lukas Schulze.